„Ohne Tupperdose gehe ich nicht auf Tour“

Um als Solo-Künstler durchzustarten, hat Stefan Honig vor drei Jahren seinen Job als Erzieher an den Nagel gehängt. Inzwischen steht der Düsseldorfer mit seiner eigenen Band „Honig“ auf der Bühne und im Begriff, seine inzwischen dritte Konzertreihe in China zu beenden. Da tourt er nämlich gerade. Der Musiker, der früher Hardcore und Metal gehört und gespielt hat, schreibt inzwischen wunderbar schrammelige Pop- und Folk-Songs, die hervorragend zur Jahreszeit passen. Einkuscheln, Tee trinken, Ohren spitzen. Wir haben dem 36-Jährigen vor ein paar Jahren zufällig in seiner rheinischen Heimatstadt gelauscht. Seither sind wir Fan seiner Musik. Mit uns hat Stefan über das Tourleben, Teppiche und Tupperdosen gesprochen. 

Was ist Musik in Deinen Ohren?

Spiegeleier, die am Morgen brutzeln. Vogelgezwitscher. Meine Freundin, die lacht. Musik natürlich. Grade höre ich am liebsten Sun Kil Moon, Mount Eerie, Evening Hymns, Andy Shauf, Margot and the nuclear so and so's, Sigur Ros.

Was denkst Du, wenn Du in den Tourbus einsteigst?

Klassenfahrt!!!!

Reisen ist...

...das Beste was man mit der Zeit, die man hier hat, anfangen kann. Es gibt nichts, was so lebendig macht, wie fremde Länder und Menschen kennen zu lernen.

Welches Schlaflied singst Du?

Selten eins! „The book of love“ von Peter Gabriel eignet sich aber bestens. Das Original stammt von Magnetic Fields. Den Song packe ich aus, wenn ich ein Schlaflied brauche.

Was kommt immer mit auf Tour?

Ich fahre nie ohne Zahnbürste, Bücher und Tupperdose los. Vor allem die Tupperdose ist nicht zu unterschätzen. Es ist immer gut, mittags noch was vom Frühstück dabei zu haben und nicht an einer Raststätte essen zu müssen.

Hast Du einen Talisman für Auftritte?

Nicht wirklich! Aber ich habe einen kleinen Teppich, den ich immer dabei habe, wenn wir auf Tour sind. Der macht jede Bühne direkt zum Wohnzimmer.

Wie kommunizierst Du mit der Familie und Deinen Freunden, wenn Du weg bist?

Ich nutze Skype, Telefon, WhatsApp, Videobotschaften. Die ganze Bandbreite der modernen Kommunikation. Zwischendurch schreibe ich auch mal ‘ne Postkarte!

Was war Dein schönstes Tourmitbringsel?

Ein Stofftier, ein Wal, er heisst Hubert!

Wo möchtest Du unbedingt mal auftreten?

Jahrelang wollte ich unbedingt mal auf dem Haldern Pop Festival spielen. Das hat schon dreimal geklappt. Eigentlich bleibt jetzt nur noch das Roskilde Festival in Dänemark. Das ist ein echt besonderer Ort, zu dem ich früher immer mit meinen Freunden gefahren bin. Da aufzutreten, das wär’ was!

Welchen Musiker würdest Du zusammen mit Deinem Kind (falls Du irgendwann eins hast) gerne mal treffen?

Also erst einmal bräuchte ich für den Plan tatsächlich ein Kind! Außerdem muss ich sagen, dass ich es meistens unnötig finde, meine musikalischen Idole persönlich kennen zu lernen. Das ist dann meistens eine Enttäuschung. Wenn ich meinem Kind was bieten wollte, würde ich wahrscheinlich versuchen, eine lebende Legende wie Paul McCartney zu treffen. Oder Lady Gaga.

Wer Honig live sehen und dafür nicht bis nach China reisen möchte, sollte sich das große Jahresabschlusskonzert  am 19.12. im Zack in Düsseldorf nicht entgehen lassen.