(Un)gesund sündigen

Amerika, das Land der fettigen, frittierten, famosen Leckereien. Gerade ein Roadtrip lädt zum Völlern ein. Nach einer Woche fassen wir den Vorsatz: ab jetzt wird’s gesund. Wir laden den Camper voll mit Obst. Florida, St.Petersburg, Dalí Museum. Das Kind verlangt nach Mandarinen. Die sind im Wagen. Wir haben nur Gummibärchen dabei. Mandarine wird noch immer gewünscht. Sehr nachdrücklich. Sehr quengelig. Sehr unangenehm. Wir stopfen dem Kind erst die restlichen Gummibärchen und dann den Schnuller in den Mund. Um uns herum verständnisvolles Nicken. Offenbar ist das hier eine gängige Erziehungsmethode. Das Kind fängt wieder an zu quengeln. Mehr Gummibärchen. Flutschfinger. Kakao. Schokokuchen. Wir beschließen: Die Mandarine war ein Ausrutscher. Es sind schließlich Ferien. Schnell kaufen wir im Museumscafe einen völlig überteuerten Blaubeermuffin. Das Kind strahlt. Erneut verständnisvolles Nicken in der näheren Umgebung. Die Mandarine ist vergessen. Und Blaubeeren sind schließlich auch Obst.