Flockengaudi im Almdudlersuff

Wir hatten alles dabei. Klamottenberge so gewaltig wie der Dachstein. Schlitten im Dutzend. Diverses an Kindern unter vier Jahren. Es gab Sonnenkitzeln, fassweise Almdudler und alle Arten von Schnee, neu, alt, geschmolzen, gefroren. Wir haben Schneemänner mit Gummibärchenmundwerk garniert, Schneeballschlachten mit gefrorenen Rucksack-Bananen geschlagen und die Skischule geschwänzt. Der Marillenschnaps schmeckt auch mit Kindern im Schlepp noch ganz ausgezeichnet. Und endlich haben auch große Menschen Grund, die Segel zu früher Stund’ zu streichen und frischluftmatt mit dem Nachwuchs in die Kissen zu stürzen. Wir sind zum ersten Mal mit Kind und Kegel auf die Piste gedüst. Für nächstes Jahr haben wir direkt wieder gebucht. Hier ist ein „Best of“ unseres Ausflugs – inklusive einiger Strategiefehler, die zu vermeiden wir jedem Bergbezwinger ans Herz legen würden.

Wo ging’s hin?

Österreich, Steiermark, Reiteralm, Schladming. Der Ort, in dem halb Deutschland mit der Schule Skifahren gelernt hat. Ist mit Kindern herrlich, nicht zu groß, nicht zu klein und ein Gletscher dichte bei (Dachstein).

Gewohnt wo?

Pensionsluxus ohne selberbrutzeln, wegwischen Tisch decken, herrlich! Kinderfreundlich und kulinarisch köstlich wie nix! Wir sind kilomässig gut bepackt wieder nach Hause gerollt.

Mannschaftsstärke?

Wir waren mit dem Großclan unterwegs. Eltern, Geschwister, Kindeskinder, Familienfreunde, deren Kinder, ein Trupp, der seit Jahrzehnten in unterschiedlicher Besetzung in der europäischen Bergwelt unterwegs ist. Eine Armee von Menschen, die Babysitterdiensten und Babyhängen gegenüber positiv eingestellt ist. Unverschämter Luxus. Anders geht’s mit kleinen Kindern allerdings auch kaum.

Schneesack ohne Fehl und Tadel?

Übereinstimmend haben wir dieses Ganzkörpermodell zum Sieger gekürt. Kommt kein Wasser durch, kleidet von Vorteil und funktioniert auch als Krempelvariante auf Zuwachs gekauft hervorragend. Sollte nächstes Jahr nochmal zum Einsatz kommen. Hätte ich gerne auch in groß. Gibt's leider nicht.

Fehlermodus:

1. Kinder unter fünf bleiben nicht alleine in der Skischule. Fängt eines an zu heulen, motzt der ganze Verein. Schneeballeffekt. Wir haben unseren ältesten, dreijährigen Spross für einiges an Münzen angemeldet. Wollte doch so gerne. Zu Hause zumindest. Hätten wir mal besser das Elefantenohr an der Sache gehabt. Das Kind hatte sich die Pippi Langstrumpf Schule ausgemalt. Mit Rechenübungen, Holztischchen und Eltern, die beistehend applaudieren für jeden Streich. Die Eltern wollten Skifahren. Ging nicht gut. Nach zwei Tagen Gebrüll am Morgen war „Rutsch mir doch den Buckel runter, Du Skischule“ unser Gruppenpsalm. Hex’, hex’, von da ab waren Pizzastück und Zauberteppich (so heißen Schneepflug und Babylift neuerdings) ein Klacks und das Kind kam nach einer Woche wohlgemut den Hügel runtergesaust. 

2. Nehmen, was zu kriegen ist. Jede Fahrt den Berg runter - und sei sie noch so kurz - ist eine gute Abfahrt. Für sportliche Ertüchtigung ist ohnehin durch die Bespaßung des Nachwuchses im Tiefschnee und mit Skistiefelklötzen am Bein gesorgt.

3. Entspanntes Saunieren oder stundenlanges Duschen nach getanem Draußen-Werk ist nicht mehr. Einer will immer was. Ist so fern ab von zu Hause leider nicht anders als daheim.

 

Winterwunderland-Empfehlungen abseits der Piste:

- Den besten Kaiserschmarren gibt es auf der Halseralm. Unbedingt mit einer Pferdeschlittenfahrt verbinden. Bieten zahlreiche Bauernhöfe in der Gegend an.

- Ein Ausflug zur Walcheralm, eine Käserei auf dem Weg zum Dachstein. Urig, lecker, toller Blick und ein Lift mit entspannter blauer Piste vor der Tür.

- Skywalken auf dem Dachstein.

- Kilometerlanges Rodelvergnügen in Hochwurzen. Das Beste ist: die Gondel bringt ohne Gestapfe wieder nach oben!

- Für ganz übles Wetter: Spaßbad in Schladming.