Let’s talk about Sex!

Ich mag Teenie-Serien. Schon immer. Ich mag die dramatischen Konflikte, die sich aus meiner Perspektive, der einer Endzwanzigerin, so klitzeklein und leicht lösbar anfühlen. Ich mag es, in Erinnerungen zu schwelgen. Damals, mit sweet sixteen, da hat die Welt nur so vibriert. Alles um mich herum war wahnsinnig schwierig. Aber alles war auch wahnsinnig intensiv. Leben pur!
Seit ich Mama bin, hat sich mein Mitgefühl etwas verschoben. Plötzlich fiebere ich weniger mit den Protagonisten unter 18 - sondern mit deren Eltern. So oft denke ich: “So eine Erziehungsberechtigte möchte ich nicht sein!” Oder: “Das sind mal beispielhaft coole Eltern, die ihre Kinder zu offenen und herzlichen Erdenbürgern heranziehen.”
Meiner Meinung nach sollten alle Eltern mit Kindern ab 12 Jahren ein Netflix-Abo vom Jugendamt gestellt bekommen. Dann sollten sie sich jede verfügbare Teenie-Serie anschauen. Gemeinsam natürlich. Ich glaube wirklich, das würde helfen, die pickeligen, geheimniskrämerischen Jungspunde besser zu verstehen. Außerdem könnten sich Groß und Kleiner an dem ein oder anderen Protagonisten ein Beispiel nehmen. Oder eben auch nicht. Eine Anregung zum Grübeln und Reflektieren und miteinander ins Gespräch kommen wäre es gewiss in jedem Fall!

Der neueste Coup aus dem Hause der Binge-Watching-Erfinder ist die Serie Sex Education. Darin gibt der 16 Jährige Otis, Sohn einer Sextherapeutin, zusammen mit seiner Freundin Mauve auf asbestverseuchten Toiletten, in Chemielaboren und auf der Tribüne des Schulschwimmbads gegen entsprechendes Kleingeld Tips zum Liebesleben. Das ist ganz und gar herrlich unterhaltsam, rührend und außerdem gespickt mit einer guten Portion britischem Humor fürs Wohlgefühl.

Viel Spaß!

XXX

Sarah